Burnett JC: Erkrankungen der Milz München: Müller & Steinicke; 2005: brosch., 93 S., Preis 20,00 €
Das Büchlein ist von Heinz Pscheidl vorzüglich ins Deutsche übersetzt. Burnett stellt darin die wichtigsten organotropen Milzmittel dar. Er bezieht sich ausdrücklich auf Rademacher, von dem er viele Arzneien übernommen hat. Der Autor betont die Wichtigkeit der sorgfältigen klinischen Untersuchung, um objektive Symptome zu erkennen, denen er einen höheren Rang als den subjektiven einräumt. Unter den von ihm erprobten Arzneien steht Ceanothus americanus an erster Stelle. Die Patienten haben Schmerzen im linken Hypochondrium mit Atemnot, Wärmebedürfnis, zum Teil auch Albuminurie und Wassersucht, so dass häufig die Fehldiagnose einer Herzerkrankung gestellt wird. Eine vergrößerte Milz ist immer tastbar oder zumindest perkutierbar. Ceanothus half in tiefen Potenzen schnell. Burnett schildert viele Fälle aus seiner Praxis, betont aber immer wieder die ausschließlich organotrope Beziehung seiner „Milzmittel“. Besonders spektakulär ist die Erkrankung einer jungen Frau mit ausschließlich linksseitigen Krampfanfällen, Hyperästhesie und Kopfschmerzen, die nach vielen vergeblichen Versuchen durch Oleum succini non rectificatum, 5 Tropfen 3 x täglich, geheilt werden konnte. Der Hinweis auf dieses Mittel stammt von Rademacher. Das Buch ist flüssig geschrieben und durch die vielen interessanten Fälle sehr anregend zu lesen. Es kann die Kenntnis der homöopathischen Milzarzneien wesentlich bereichern. Karl-Heinz Gebhardt
Rezension erschienen in AHZ 2007; 252 (1): 40