Die Clemens von Bönninghausen-Akademie und ihre Ziele

Wer sich näher mit der Homöopathie befasst, wird schnell feststellen, welche Faszination die von
Samuel Hahnemann (1755–1843) begründete Heilkunst ausübt. Eine Faszination deshalb, weil ihre Anwendung auf unumstößlichen Prinzipien beruht, deren Gültigkeit der Praktizierende immer und immer wieder erfahren kann. "Similia similibus curentur" ("Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt") ist keine Beschwörungsformel eines exotischen Medizinmannes, sondern ein Naturgesetz, das Hahnemann in genialer Hellsichtigkeit erkannt und unzählige Male im Selbstversuch und am Krankenbett in jahrzehntelanger wissenschaftlicher Arbeit untermauert hat.
Eben diese Wissenschaftlichkeit – ihre Vermittlung, Fortführung und Verbreitung – ist seit 1990 das erklärte Ziel der Clemens von Bönninghausen-Akademie. Frei nach Hahnemanns Ermahnung: "Macht's nach, aber macht's genau nach!"
Die Lehre von der klassischen Homöopathie, der sich die CvB-Akademie verschrieben hat, basiert somit auf festen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Diese hat Dr. Samuel Hahnemann zuletzt in der 6. Auflage seines "Organon der Heilkunst" in Paragraphen gegliedert und deren sachgemäße Anwendung präzise beschrieben. Die von ihm gefundene Heilmethode nannte er "Homöopathik". In seinem Organon hinterließ uns Hahnemann das Ergebnis von über 50 Jahren Forschungsarbeit und seine elementaren Erkenntnisse hinsichtlich der chronischen Krankheiten, ihrer Wurzeln und ihrer Auswirkungen. Mit diesem Lebenswerk hat uns der Begründer der Homöopathik ein wissenschaftliches Vermächtnis hinterlassen, dessen genaue Kenntnis für die Ausübung der klassischen Homöopathie unabdingbar ist.
Dies gilt in besonderem Maße für das Verständnis der chronischen Krankheiten, deren Behandlungsgrundsätze Hahnemann deutlich von denen der akuten Krankheiten unterschied. Chronische Krankheiten lassen sich ohne Kenntnis der Miasmenlehre Hahnemanns nicht erfolgreich behandeln, und gerade sie stellen für die Homöopathie die eigentliche Herausforderung dar. Eben deswegen legt die Clemens von Bönninghausen-Akademie besonderen Wert darauf, den Studenten das notwendige Rüstzeug zu vermitteln, um in der Auseinandersetzung mit den chronischen Krankheiten bestehen und damit die Homöopathie erfolgreich ausüben zu können.
Auf diesem soliden Fundament baut das Studium der CvB-Akademie auf. Innerhalb einer dreijährigen Studienzeit bekommen die Studierenden das notwendige Rüstzeug an die Hand, das sie zur Ausübung der Homöopathik befähigt. Die Ausbildung stützt sich dabei auf zwei Säulen: einmal auf die Studiengrundlage, die von den Dozenten als Handwerkszeug angeboten wird, zum anderen auf eigenständige Forschungen seitens der Schüler. Dreh- und Angelpunkt dieses akademischen Studienprinzips ist es, den Studierenden die hohe Schule der Homöopathik zu vermitteln. Dies kann nicht in ein paar vereinzelten Seminaren geschehen. Deshalb ist die CvB-Akademie stolz darauf, das erste Institut seiner Art in Deutschland zu sein, das ein dreijähriges, fundiertes Homöopathik-Studium anbietet.
Leider ist der Status des klassischen Homöopathen nicht geschützt. Im Prinzip kann sich also jeder so nennen, ganz egal, was und wieviel er von Homöopathie versteht. Umso wichtiger ist es, dieser Unsicherheit entgegezutreten, indem – wie in jedem qualifizierten Beruf – für eine spezielle und umfassende Ausbildung gesorgt wird.
Am Ende der Studienzeit wird der Absolvent durch ein entsprechendes Zertifikat und einen Therapeutenstempel der CvB-Akademie als klassischer Homöopath ausgewiesen. Voraussetzung ist allerdings, dass er sich verpflichtet, die Homöopathik als alleinige Heilmethode auszuüben und ihre strengen Regeln zu beachten. Anschriften solcher klassisch arbeitenden Homöopathen stellt die CvB-Akademie auf Wunsch gerne zur Verfügung.

Zum Namensgeber der CvB-Akademie sei gesagt, dass
Clemens Maria Franz von Bönninghausen (1785–1864) im Alter von 42 Jahren an Tuberkulose erkrankte und homöopathisch geheilt wurde. Dies gab für ihn den Anstoß, die Homöopathie sorgfältig zu studieren und zum Segen seiner vielen (späteren) Patienten anzuwenden. Seit 1830 verband ihn eine enge Freundschaft mit Samuel Hahnemann. Clemens von Bönninghausen brachte als erster ein datenverarbeitungsgerechtes Repertorium heraus. Bei alledem war er kein Arzt, sondern Jurist. 1843 schließlich erhielt er vom preußischen König Friedrich IV. die Erlaubnis, in "einzelnen Fällen homöopathischen Rat zu erteilen" und wurde so zum ersten "Heilpraktiker", der die Heilkunde ohne Bestallung ausübte.
So stehen diese beiden Männer – Hahnemann, der Arzt, und von Bönninghausen, der Heilpraktiker – gleichsam symbolisch für die Philosophie der CvB-Akademie, dass nämlich der Zugang zur Homöopathik Ärzten und Nichtärzten gleichermaßen offenzustehen hat.
Diese Philosophie ist nicht ein abstrakter Grundsatz geblieben, sondern hat in der
Clemens von Bönninghausen-Gesellschaft und ihrer Akademie konkrete Gestalt angenommen hat. Dies ist vor allem auch ihrem Gründer, Gerhard Risch (1927–1998) zu danken. Er verstand es wie nur wenige, den philosophischen Hintergrund der Homöopathie, ihr Fundament, zu ergründen und an seine Schüler weiterzugeben.