Clemens-von-Bönninghausen-Akademie, Bergstr. 7, 35510 Butzbach (Kernstadt) Telefon: 06033 - 924 28 57, Fax: 06033 - 924008, E-mail: verwaltung@cvb-gesellschaft.de Homöopathik, Homöopathie, CvB, Hahnemann, Kent, Gesellschaft, Wolfsburg, Ausbildung, Miasma, Psora, Sykose, Tuberkulinie, Homoeopathie, Homeopathy, Schule, Studium, Boenninghausen, Miasmen, Syphillis, Krebs, Impfungen, Seminare, Burnett, Allen
 
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Homöopathisches Jahrbuch 2009
der Clemens von Bönninghausen-Akademie


CvB-Jahrbuch
Inhaltsverzeichnis  
Vorwort 5
Die Signaturenlehre
Nikola Neumann
7
Kleine Meeresmittel
Dr. rer. nat. Birgit Klaßen
43
Erkrankungen der Schilddrüse und ihre homöopathische
Behandlung

Monika Baer
79
Carcinosinum in der homöopathischen Behandlung von
Kindern mit ADHS

Markus Münnich
119
Hirnaneurysma
Gerti Hanesch
149
Lepra, die allopathische Arzneimitteltherapie im Vergleich zur homöopathischen Behandlung nach C. Hering sowie ein Ausblick auf Thalidomid (Contergan®)
Katja Uhlendorf
179


Vorwort

Das Studieren und Forschen an der Clemens von Bönninghausen-Akademie hat langjährige Tradition. Um dies auch zu belegen, fertigen unsere Absolventen eine umfangreiche Abschlussarbeit an, worin die erworbene homöopathische Fachkompetenz nach drei Jahren Ausbildung in klassischer Homöopathie dargelegt wird. Diese Arbeiten verfolgen auch das Ziel, die Homöopathie fortzuentwickeln und neue Aspekte aufzuzeigen.

Wir haben uns entschieden, künftig mit dieser Ausgabe beginnend die besten Arbeiten eines jeden Studienganges in einem CvB-Jahrbuch zu veröffentlichen. Diese „Juwelen” verdienen es, einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt zu werden. Unsere Studierenden haben viel Energie, Leidenschaft und Schweiß in jede einzelne Abschlussarbeit gesteckt und deshalb liegt es uns am Herzen, dieses Wissen nicht im Archiv verstauben zu lassen.

Das erste CvB-Jahrbuch widmet sich sechs unterschiedlichen Themenbereichen:

  1. Interessante Aspekte der Signaturenlehre und deren Bezug zur klassischen Homöopathie.
  2. Materia Medica der kleinen Meeresmittel, gefolgt von vier klinischen Themen:
  3. Erkrankungen der Schilddrüse,
  4. Carcinosinum bei der Behandlung von Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom,
  5. Hirnaneurysma
  6. Lepra – immer mit detaillierter Besprechung der Klinik und homöopathischer Ausarbeitung (u. a. Materia Medica, miasmatische Betrachtungen, Fallbeispiele, Diskussion/ Bewertung).

Unsere Anerkennung gilt allen Absolventen der CvB-Akademie und insbesondere den Absolventen, welche durch hervorragende Abschlussarbeiten die hohe Qualität der homöopathischen Ausbildung an unserer Akademie bestätigen.
Wir sehen schon mit Spannung den nächsten CvB-Jahrbüchern entgegen.


Butzbach, den 30. Juli 2009  
Hp Gisela Immich
1. Vorsitzende der CvB-Gesellschaft
für klassische Homöopathik e.V.
Hp Maria Schuller
Leiterin der CvB-Akademie



Leseprobe


Die Signaturenlehre
Nikola Neumann

„Dinge in der Natur sind Wörter und Farbe in Form, eine Sprache, die sich denen zu erkennen gibt, die lesen können.”
(Constantin Hering)


I. Einleitung

Die Signaturenlehre ist eine Lehre von den sogenannten „Zeichen”, die man im weiten Umfeld der Natur erfassen kann.
Aufgrund äußerer Merkmale eines Naturgeschehens lassen sich mögliche Parallelen und innere Zusammenhänge zum menschlichen Organismus erschließen.
Als Signaturen können gelten: Form, Farbe, Geruch, Geschmack, Struktur, Beschaffenheit, bestimmte botanische Merkmale, Blütezeit, Fruchtreife, Art der Funktion, Standort, Wachstumsperiode und Lebensdauer.
Der Signaturenlehre liegt ein Denken in kosmischen Entsprechungen zugrunde, sowie die Annahme, dass sämtliche Erscheinungen und Wesen miteinander in Beziehung stehen. Demnach ist der Mensch nicht als ein isoliertes Geschehen aufzufassen, vielmehr bildet er mit dem Universum eine untrennbar verbundene Einheit. Die heutige Schulmedizin betrachtet den Menschen als ein in sich abgeschlossenes Ganzes, und die Vorstellung, dass der Mensch in Beziehung zum Kosmos steht, liegt ihr eher fern. Dennoch gab es in der Geschichte herausragende Persönlichkeiten, wie Pythagoras und Heraklit, die den „Menschen als Firmament” ansahen. Sie vertraten die Ansicht, dass der Mensch seinem Wesen und seiner Struktur nach ein getreues Abbild des gestirnten Himmels sei. Dies scheint aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar, interessant ist jedoch, dass der Homöopath A. Voegeli1 ausführt, dass sich nach physikalischen Erkenntnissen in dem Atom ein Planetensystem erkennen lasse, dessen zentrale Sonne der Atomkern darstellt, um welchen herum die Elektronen kreisen. Betrachte man die Größenverhältnisse zwischen Sonne und Planeten in Bezug auf die zwischen ihnen bestehenden Freiräume, entsprechen diese fast genau denselben, die man auch im Atom vorfindet.
Ebenso sei die Geschwindigkeit der Umkreisungen nahezu identisch mit derjenigen der Gestirne.
Aufgrund dieses Verständnisses und durch eher einfache Schlussfolgerungen z. B. anhand von Form oder Farbe auf menschliche Krankheiten, wurde die Signaturenlehre oft als Aberglauben abgetan und erfährt auch heute noch wenig Zuspruch.
Dennoch haben sich große Gelehrte und Forscher mit ihr befasst und daraus aufschlussreiche Erkenntnisse gewonnen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass es durchaus gewisse Analogien zwischen Naturerscheinungen und menschlichen Erkrankungen geben mag, welche auffällig und nicht ganz zu leugnen sind.

Zum Aufbau der Arbeit
Im ersten Teil dieser Arbeit werden mögliche Herangehensweisen, die Signaturen zu erfassen, beleuchtet. Grundlagen meiner Auseinandersetzung boten hierbei die Ansichten Emil Schlegels.
Im zweiten Teil folgen konkrete Beispiele anhand von Pflanzenbetrachtungen. Anschließend eröffne ich einen Ausblick auf S. Hahnemanns Sichtweise bezüglich der Signaturenlehre.
Abschließend werden eventuelle Problematiken kurz aufgezeigt, sowie mögliche Gebiete, in denen die Signaturenlehre bereichernd wirken kann, angesprochen.


II. Auseinandersetzung mit der Signaturenlehre

1. Geschichtlicher Überblick
Im geschichtlichen Rückblick ist vor allem Paracelsus (Theophrast Bombast v. Hohenheim, 1493 - 1541) zu erwähnen, der in seiner Tätigkeit als praktischer Arzt und Forscher von einer tiefen Naturerkenntnis durchdrungen war.
An dessen Gedankengut und Goethes Werk „Metamorphosen der Pflanzen” knüpfte im zwanzigsten Jahrhundert Rudolf Steiner an, der Begründer der Anthroprosophie. Er erfasste ebenfalls tiefe Beziehungen zwischen Erscheinungen der Natur und dem menschlichen Leben.
Auch Emil Schlegel (1825 - 1934), ein Tübinger Arzt und erfolgreicher Homöopath, beschäftigte sich intensiv mit der Signaturenlehre.
Im Rahmen dieser Studien kam er zu der Überzeugung, dass die lebendige Gestalt z. B. einer Pflanze als Ausdruck ihrer Wirkkräfte mit den bei einer homoöpathischen Arzneiprüfung beobachteten Symptomen in einem naturgesetzlichen Zusammenhang steht.
So erweiterte er den Begriff der Signatur und fasste beides darunter zusammen.

Sein Buch „Religion der Arznei”, welches der Autor als die wichtigste Arbeit seines Lebens betrachtet, gibt darüber Auskunft.
Schlegel bezeichnet sein Werk „als Wiederanknüpfung der Heilkunde an die natürlichen Anfänge und an das Göttliche sowie bekundet es die heilige Überzeugung vom Werte der Arznei. In ihr ist uns eine Art Begnadigung von eingeleibten Lebensfehlern angeboten. Der Arzt ist hier als Vermittler dieser Barmherzigkeit aufgefasst”.


 
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